Hochzeitsfotografen

Ratgeber

Reportagestil oder inszenierte Porträts bei der Hochzeit

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Wollen Sie echte Momente mit Ihren Gästen, passt der Reportagestil. Wollen Sie wenige, sorgfältig gestaltete Bilder von sich und Ihrer Familie, passen inszenierte Porträts. In der Praxis mischen sich beide Stile. Für den Ablauf heißt das: Eine Reportage braucht viele Stunden Begleitung, Porträts brauchen feste Zeitfenster. Den Preis bestimmen vor allem diese Stunden.

Gut abgebildete Stationen im Kölner Fall
9 von 21
Amtsgericht Köln, Urteil vom 30. Januar 2020, Az. 115 C 100/19, Gutachten im Urteil, Stand 30. Januar 2020
Begleitzeit für Kirche und Feier, München
10 Stunden
Amtsgericht München, Pressemitteilung zum Urteil vom 11. Januar 2022, Az. 154 C 14319/21, Stand 11. Januar 2022
Begleitzeit für das Standesamt, München
2 Stunden
Amtsgericht München, Pressemitteilung zum Urteil vom 11. Januar 2022, Az. 154 C 14319/21, Stand 11. Januar 2022
Ein Fotograf kniet vor einem Brautpaar an einer alten Steinmauer, im Hintergrund unterhalten sich Gäste.
Für ein gestelltes Paarfoto hält der Ablauf kurz an, die Reportage fotografiert die Gäste nebenbei. Bild: KI generiert.

Was Reportage und inszenierte Porträts unterscheidet

Bei einer Reportage fotografiert der Fotograf, was passiert, ohne einzugreifen. Er stellt nichts nach und bittet niemanden in eine Pose. Die Bilder erzählen den Tag in seiner Reihenfolge, mit Tränen, Lachen und schiefer Krawatte.

Bei inszenierten Porträts gestaltet der Fotograf das Bild. Er sucht Ort und Licht aus, sagt Ihnen, wie Sie stehen sollen, und wiederholt die Aufnahme, bis sie sitzt. Typisch dafür sind das Paarshooting und die Gruppenbilder mit der Familie.

In der Praxis mischen sich beide Stile. Ein Gericht in Köln hat 2020 entschieden, dass ein Brautpaar auch bei einer Hochzeitsreportage Anleitung bei Motiven und Posen erwarten darf. Der Fotograf hatte den ganzen Tag keinen einzigen Vorschlag gemacht. Ein Gutachter fand nur 9 von 21 wichtigen Stationen des Tages ausreichend im Bild, und das Paar bekam 55 Prozent des Preises zurück.

Wie verschieden lang die beiden Stile dauern, zeigt ein Fall aus München. Das Paar hatte für das Standesamt 2 Stunden gebucht, für Kirche und Feier 10 Stunden.

Woran Sie erkennen, welcher Fotostil zu Ihnen passt

Die Frage nach dem Stil beantworten Sie am besten mit Bildern statt mit Begriffen. Legen Sie zehn Hochzeitsfotos nebeneinander, die Ihnen gefallen, und schauen Sie, was sie gemeinsam haben. Schaut auf den meisten niemand in die Kamera, wünschen Sie sich eine Reportage. Sind es klare Paarbilder vor schönem Hintergrund, wünschen Sie sich Porträts.

Der zweite Prüfstein sind Sie selbst. Manche Menschen blühen auf, wenn jemand ihnen sagt, wie sie stehen sollen. Andere werden dabei steif und lächeln wie auf dem Passfoto. Wer sich vor der Kamera unwohl fühlt, sagt das am besten schon im Erstgespräch und setzt auf eine Reportage mit wenigen, kurzen Porträts.

Welcher Fotostil passt zu Ihrer Hochzeit?

Sind Ihnen echte Momente mit den Gästen wichtiger als perfekte Paarbilder?

Ja

Wollen Sie trotzdem Bilder mit der ganzen Familie?

Ja

Reportage mit einem kurzen Block für Gruppenbilder. Planen Sie dafür ein festes Zeitfenster direkt nach der Trauung ein.

Nein

Reine Reportage. Buchen Sie so viele Stunden, dass der Fotograf vom Ankleiden bis zum ersten Tanz dabei ist.

Nein

Fühlen Sie sich wohl, wenn ein Fotograf Sie anleitet?

Ja

Inszenierte Porträts mit etwas Reportage am Rand. Paarshooting und Gruppenbilder sind dann die wichtigsten Termine des Tages.

Nein

Würde Ihnen ein Probetermin vor der Hochzeit helfen?

Ja

Buchen Sie ein Verlobungsshooting als Probe. Danach wissen Sie, ob Ihnen Anleitung liegt.

Nein

Wählen Sie eine Reportage mit wenigen, kurzen Porträts. So stehen Sie nur kurz im Mittelpunkt.

Was der Fotostil für den Ablauf am Hochzeitstag bedeutet

Für eine Reportage muss der Fotograf da sein, wenn etwas passiert. Wer das Ankleiden, die Trauung, den Sektempfang und die Reden im Bild haben will, braucht ihn viele Stunden lang. Planen müssen Sie dafür wenig, denn der Fotograf folgt Ihrem Tag.

Inszenierte Porträts brauchen dagegen feste Zeitfenster im Ablauf. Paarshooting und Gruppenbilder passieren nicht nebenbei. Sie und die Familie müssen dafür zur selben Zeit am selben Ort sein, und jemand muss die Gruppen zusammenrufen. Eine Liste für die Gruppenfotos spart dabei viel Zeit, weil der Fotograf nicht suchen und fragen muss.

Beim Licht ist es ähnlich. Eine Reportage nimmt das Licht, das gerade da ist. Für Porträts eignet sich besonders das weiche Abendlicht kurz vor Sonnenuntergang, die goldene Stunde. Dann muss der Zeitplan so gebaut sein, dass Sie in diesem Moment Zeit haben.

Was der Fotostil für den Preis bedeutet

Eine feste Preisliste für Fotostile gibt es nicht. Der Preis folgt vor allem der Zeit, die der Fotograf bei Ihnen ist, und der Zeit, die er danach für die Bildbearbeitung braucht.

Wie stark die Stunden zählen, zeigt wieder der Fall aus München. Das Paar hatte 12 Stunden für 3.000 Euro gebucht. Als die Feier wegen der Pandemie ausfiel, durfte der Fotograf ein Sechstel des Preises behalten, weil er 2 von 12 Stunden gearbeitet hatte. Das Gericht hat den Preis also nach Stunden geteilt. Rechtskräftig ist das Urteil nicht.

Für Sie heißt das: Eine Reportage über den ganzen Tag kostet mehr als ein kurzer Porträttermin, weil sie mehr Stunden braucht. Bei inszenierten Bildern kommt eine zweite Frage dazu. Fragen Sie, wie stark die Bilder bearbeitet werden, denn Retusche einzelner Gesichter oder Hintergründe kostet Zeit.

Wie Sie Ihren Stilwunsch im Vertrag festhalten

Beispielbilder geben dem Fotografen eine Richtung vor, aber keine Pflichtliste. Das Kölner Paar hatte vor der Hochzeit Fotos geschickt, die es gern nachgestellt hätte. Das Gericht sah es nicht als Fehler, dass diese Motive fehlten. Der Fotograf musste sich nur am Stil orientieren, und das hatte er beim Paarshooting getan.

Was Ihnen wirklich wichtig ist, gehört deshalb schriftlich in den Vertrag oder in eine Absprache, die beide unterschreiben. Ein anderes Paar ging 2024 in Köln leer aus, als es Schmerzensgeld wollte. Auf seinen 170 Hochzeitsbildern fehlten die Gruppenfotos, und das Gericht sah darin eine verständliche Enttäuschung, aber keinen Grund für Schmerzensgeld.

In den Vertrag gehören diese fünf Punkte.

  • die Gruppenbilder, die Sie unbedingt wollen, mit Namen
  • die Momente, die nicht fehlen dürfen, etwa Ringtausch, Auszug und erster Tanz
  • ob der Fotograf Sie bei Paar- und Gruppenbildern anleitet
  • wie viel Zeit für Paarshooting und Gruppenbilder eingeplant ist
  • wie stark die Bilder bearbeitet werden

Ob ein Fotograf beide Stile beherrscht, sehen Sie an vollständigen Galerien, nicht an seinen besten Einzelbildern. Lassen Sie sich deshalb vor dem Buchen des Hochzeitsfotografen zwei komplette Hochzeiten zeigen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Reportage und inszenierten Hochzeitsfotos?

Bei einer Reportage fotografiert der Fotograf, was am Hochzeitstag passiert, ohne einzugreifen. Bei inszenierten Hochzeitsfotos gestaltet er das Bild, wählt Ort und Licht und leitet Sie an. In der Praxis mischen sich beide Stile, etwa eine Reportage mit festen Zeitfenstern für Paar- und Gruppenbilder.

Kann man Reportage und inszenierte Porträts auf einer Hochzeit kombinieren?

Ja, Reportage und inszenierte Porträts lassen sich auf einer Hochzeit gut kombinieren. Der Fotograf begleitet den Tag als Reportage und nimmt sich feste Zeitfenster für Paarshooting und Gruppenbilder. Diese Zeitfenster sollten im Ablaufplan stehen, damit alle Beteiligten zur richtigen Zeit da sind.

Kostet eine Hochzeitsreportage mehr als inszenierte Porträts?

Eine Hochzeitsreportage kostet mehr als ein kurzer Porträttermin, wenn sie mehr Stunden dauert. Der Preis eines Hochzeitsfotografen hängt vor allem an der Begleitzeit und an der Bildbearbeitung. Das Amtsgericht München hat 2022 den Preis einer Hochzeitsbegleitung nach Stunden aufgeteilt.

Muss ein Hochzeitsfotograf bei einer Reportage auch Anweisungen geben?

Ja, auch bei einer Hochzeitsreportage dürfen Sie Anleitung bei Motiven und Posen erwarten. Das hat das Amtsgericht Köln 2020 entschieden. Ein Fotograf, der den ganzen Tag keine Vorschläge machte und viele unscharfe Bilder lieferte, musste 55 Prozent des Preises zurückzahlen.

Muss der Hochzeitsfotograf unsere Beispielbilder nachstellen?

Nein, Beispielbilder verpflichten den Hochzeitsfotografen nur, sich an ihrem Stil zu orientieren. So hat es das Amtsgericht Köln 2020 gesehen. Wollen Sie bestimmte Motive sicher haben, schreiben Sie sie als Liste in den Vertrag.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Amtsgericht Köln, Urteil vom 30. Januar 2020, Az. 115 C 100/19, Minderung bei mangelhaften Hochzeitsfotos, Urteilstext, Rechtsanwaltskanzlei Kotz, Urteilsdokumentation,
  2. Hochzeitsausfall, Pressemitteilung zum Urteil vom 11. Januar 2022, Az. 154 C 14319/21, Amtsgericht München, Bayerisches Staatsministerium der Justiz,
  3. Kein Schmerzensgeld wegen enttäuschender Hochzeitsfotos, LG Köln, Beschluss vom 8. April 2024, Az. 13 S 36/22, Legal Tribune Online,
  4. § 638 BGB, Minderung beim Werkvertrag, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

Eine KI hat an diesem Text mitgeschrieben. Wie wir arbeiten, steht unter Quellen und Methodik. Stimmt etwas nicht? Fehler melden