Wann der Fotograf zum Getting Ready kommen sollte
Getting Ready heißt das Fertigmachen am Morgen der Hochzeit, also Frisur, Make-up und Ankleiden. Für die Fotos zählt vor allem das Ende dieser Zeit. Dann liegen die Details bereit, das Kleid wird angezogen, und die letzten Handgriffe passieren. Damit ist das Getting Ready die erste Station im Ablauf einer Hochzeitsreportage.
Eine feste Regel für die Ankunft des Fotografen gibt es nicht, die Angaben von drei Anbietern für Hochzeitsfotos liegen aber nah beieinander. Roland Hentschel aus Herne kommt 60 bis 90 Minuten vor dem Ankleiden. Andrej Koch nennt etwa 90 Minuten vor dem Aufbruch zur Trauung. Das Hamburger Fotografenpaar Caro & Marc rät zu 60 bis 90 Minuten vor dem Ende des Stylings.
Wie lange Haare und Make-up dauern, planen Sie mit Ihrer Stylistin. Für den Fotografen zählt nur, wann alles fertig sein soll. Haare und Make-up laufen nach Hentschels Erfahrung fast immer länger als abgesprochen. Caro & Marc raten deshalb zu mindestens 30 Minuten Puffer am Morgen, Hentschel legt 20 Minuten direkt vor das Losfahren.
Machen Sie sich getrennt fertig und wollen Bilder von beiden, braucht der Fotograf mehr Zeit. Hentschel rechnet dann mit anderthalb Stunden statt einer guten Stunde. Liegen die beiden Orte auseinander, kommen nach Koch meist 20 bis 30 Minuten Fahrzeit dazu.
Diese Details legen Sie für die Getting-Ready-Fotos bereit
Zu Beginn fotografiert der Fotograf die Dinge und erst danach die Menschen. So gewöhnen sich alle im Raum an die Kamera. Liegen die Details an einer Stelle, braucht er dafür wenige Minuten. Muss er sie aus vier Zimmern zusammensuchen, fehlt die Zeit später bei den Bildern von Ihnen.
- Ringe, auch den Verlobungsring
- Schuhe, sauber und griffbereit
- Schmuck, Parfum und Schleier oder Haarschmuck
- Einladungskarte und andere Karten der Hochzeit
- Anstecker, Manschettenknöpfe und Einstecktuch
- den Brautstrauß, sobald er geliefert ist
- Erinnerungsstücke mit Geschichte, etwa den Ring der Mutter oder einen Brief
Sammeln Sie alles am Vorabend. Das dauert nach Andrej Koch fünf Minuten und spart am Morgen eine ganze Viertelstunde. Hängen Sie Kleid und Anzug auf einen schönen Bügel aus Holz statt auf den Plastikbügel der Reinigung.
Im hellsten Raum gelingen die Fotos am Morgen
Für die Fotos zählt das Licht mehr als die Größe des Raums. Wählen Sie das Zimmer mit dem größten Fenster, ob im Hotel oder zu Hause. Caro & Marc empfehlen Fenster nach Osten oder Süden. Koch stellt den Stuhl für das Styling so, dass das Licht seitlich vom Fenster kommt.
Schalten Sie die Deckenlampen aus, sobald der Fotograf da ist. Gelbes Lampenlicht und Tageslicht zusammen machen die Haut fleckig, schreibt Hentschel, und das lässt sich später nur mit Verlusten reparieren. Scheint die Sonne direkt herein, macht ein heller Vorhang das Licht weich.
Ein kleines Zimmer ist kein Problem, ein Raum ohne Fenster schon. Hentschel weicht dann mit dem Paar für zehn Minuten an einen hellen Ort aus. In Badezimmern und Fluren arbeitet er nach eigenen Worten oft.
Ein aufgeräumter Hintergrund ersetzt Bildbearbeitung
Was im Raum herumliegt, landet auf den Bildern. Koffer, Kleiderbügel, Verpackungen, Kosmetiktaschen und leere Gläser vom Vorabend gehören in einen Nebenraum oder hinter eine Tür. Zehn Minuten Aufräumen vor der Ankunft des Fotografen ersetzen nach Hentschel jede Bildbearbeitung. Es genügt, die Fläche freizuräumen, die im Bild hinter Ihnen liegt.
Richten Sie zwei Ecken ein, eine für das Styling und eine für das Kleid. Neben den Platz für das Styling gehören ein großer Spiegel, eine Steckdose und ein Tisch für die Kosmetik. Ein Tablett mit Frühstück und Wasser hält alle bei Kräften und gibt nebenbei schöne Bilder. Caro & Marc nennen ein vergessenes Frühstück als einen der häufigsten Fehler am Hochzeitsmorgen.
Wer beim Getting Ready im Raum sein sollte
Je mehr Menschen im Raum sind, desto unruhiger werden der Morgen und die Bilder. Andrej Koch nennt drei bis fünf vertraute Menschen als angenehme Zahl, meist Trauzeuginnen, Mutter oder Schwester. Dazu kommen Stylistin und Fotograf.
Geben Sie den Helfern kleine Aufgaben. Eine Person hängt das Kleid bereit, eine nimmt den Brautstrauß an, eine füllt Getränke nach. Beim Ankleiden selbst hilft meist nur eine Person, oft die Mutter oder die Trauzeugin. Planen Sie dafür nach Koch zehn ruhige Minuten ein, denn das Schließen des Kleides gehört zu den bewegendsten Momenten des Tages.
Sagen Sie dem Fotografen, ab wann er näher kommen darf. Die meisten Bräute fühlen sich nach Hentschels Erfahrung wohler, wenn sie schon geschminkt sind. Hentschel beginnt ohnehin mit den Details und nicht mit Gesichtern.
Auch das Fertigmachen des Bräutigams wird nach Caro & Marc oft vergessen. Dabei gehören das Binden der Krawatte und der erste Blick in den Spiegel später oft zu den Lieblingsbildern.
Sollten Sie das Getting Ready getrennt oder gemeinsam machen?
Beides funktioniert. Getrennt bleibt die Spannung auf das erste Sehen erhalten, gemeinsam wird der Vormittag ruhiger, und Sie sparen Fahrzeit. Wollen Sie sich erst bei der Trauung sehen, brauchen Sie getrennte Räume.
Ein verabredetes erstes Sehen noch vor der Trauung heißt First Look. Wer einen First Look vor der Trauung plant, muss nach Hentschel oft eine Stunde früher fertig sein. Das verschiebt das ganze Getting Ready nach vorn.
Wie viel Zeit der Morgen braucht, zeigt Hentschels Beispieltag mit einer Trauung um 13 Uhr. Zwischen der Ankunft des Fotografen und der Abfahrt liegen dort 1 Stunde und 45 Minuten.
8:30 Uhr, Haare und Make-up beginnen
Die Stylistin fängt an. Der Fotograf ist noch nicht da.
10:30 Uhr, der Fotograf kommt
Er fotografiert zuerst die Details, dann die letzten Handgriffe an Frisur und Make-up.
11:30 Uhr, Ankleiden
Eine vertraute Person hilft beim Kleid.
11:45 Uhr, eine ruhige Viertelstunde
Sie sind fertig und noch nicht unterwegs. Aus dieser Zeit stammen oft die besten Porträts des Tages.
12:15 Uhr, Abfahrt
Um 12:40 Uhr sind Sie am Standesamt, 20 Minuten vor der Trauung.
Häufige Fragen
Wann sollte der Fotograf zum Getting Ready kommen?
Der Fotograf sollte 60 bis 90 Minuten vor dem Ankleiden zum Getting Ready kommen. Dann sind Haare und Make-up fast fertig, und er fotografiert Details, letzte Handgriffe und das Anziehen des Kleides. Machen Sie sich getrennt fertig, braucht er für beide Seiten mehr Zeit.
Was sollte man für die Getting-Ready-Fotos bereitlegen?
Für die Getting-Ready-Fotos legen Sie Ringe, Schuhe, Schmuck, Parfum, Einladungskarte und Anstecker an einer Stelle bereit. Den Brautstrauß legen Sie dazu, sobald er geliefert ist. Sammeln Sie alles am Vorabend, das spart am Morgen etwa eine Viertelstunde.
Welcher Raum eignet sich für das Getting Ready bei der Hochzeit?
Für das Getting Ready eignet sich der hellste Raum mit dem größten Fenster. Die Größe spielt kaum eine Rolle, nur Räume ohne Fenster sind schwierig. Schalten Sie die Deckenlampen aus und räumen Sie Koffer und Verpackungen aus dem Hintergrund.
Wie viele Personen sollten beim Getting Ready dabei sein?
Beim Getting Ready sind drei bis fünf vertraute Menschen eine angenehme Zahl, dazu Stylistin und Fotograf. Mehr Menschen machen den Raum unruhig und die Bilder unübersichtlich. Beim Ankleiden selbst hilft meist eine Person.
Sollte der Bräutigam beim Getting Ready auch fotografiert werden?
Ja, auch das Fertigmachen des Bräutigams lohnt sich für die Fotos. Das Binden der Krawatte und der Blick in den Spiegel gehören nach Erfahrung von Hochzeitsfotografen oft zu den Lieblingsbildern. Liegen die Orte getrennt, braucht der Fotograf mehr Zeit oder einen zweiten Fotografen.
