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Hochzeitsvideo mit Drohne und Musik, was erlaubt ist

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Eine Drohne darf bei der Hochzeit filmen, aber nie über die versammelten Gäste fliegen und höchstens 120 Meter hoch. Der Videograf braucht eine Registrierung und eine Haftpflichtversicherung, ab 250 Gramm auch einen Drohnenführerschein. Für Musik in einem Video, das ins Internet soll, brauchen Sie das Recht am Lied und das Recht an der Aufnahme. Die GEMA allein deckt das nicht.

Höchste erlaubte Flughöhe
120 Meter über Grund
Durchführungsverordnung (EU) 2019/947, Artikel 4 und Anhang Teil A, Stand 20. September 2026
Gebühr für den Drohnenführerschein A1/A3
25 Euro, 5 Jahre gültig
Luftfahrt-Bundesamt, FAQ zum EU-Kompetenznachweis A1/A3, Stand 20. September 2026
Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt nötig
ab 250 Gramm oder mit Kamera
Luftfahrt-Bundesamt, FAQ zu unbemannten Luftfahrtsystemen, Stand 20. September 2026
Eine kleine Kameradrohne schwebt über dem Garten einer ländlichen Hochzeitslocation, weit unten sitzen Gäste an langen Tischen.
Über die Gäste hinweg darf die Drohne nicht fliegen, daneben schon. Bild: KI generiert.

Die Drohne darf nie über die Hochzeitsgäste fliegen

Für Drohnen gilt in Deutschland eine EU-Verordnung. Hochzeitsaufnahmen fallen in ihre einfachste Gruppe von Regeln, die offene Kategorie. Dafür braucht der Videograf keine Genehmigung, muss aber feste Grenzen einhalten. Die wichtigste lautet, dass eine Drohne nie über eine Menschenansammlung fliegen darf. Außerdem darf sie höchstens 120 Meter hoch fliegen, gemessen vom nächsten Punkt am Boden.

Als Menschenansammlung gilt eine Gruppe, die so dicht steht, dass sich Einzelne kaum herausbewegen können. Achtzig Gäste vor der Kirche sind so eine Gruppe, egal wie leicht die Drohne ist. Das Bild von oben auf die ganze Hochzeitsgesellschaft ist deshalb nicht erlaubt. Möglich sind Aufnahmen des Ortes, des Brautpaars abseits der Gäste und Flüge mit seitlichem Abstand zur Gruppe.

Die offene Kategorie hat drei Stufen. Sie unterscheiden sich nach dem Gewicht der Drohne, von unter 250 Gramm bis 25 Kilogramm, und nach dem Abstand zu Menschen, die nicht mitwirken. In Stufe A1 dürfen nur Drohnen unter 250 Gramm einzelne Menschen überfliegen. In Stufe A2 hält die Drohne 30 Meter Abstand, im Langsamflug 5 Meter. In Stufe A3 hält sie 150 Meter Abstand zu Wohn- und Gewerbegebieten.

Die drei Stufen der offenen Kategorie für Drohnen, mit Gewicht, Abstand zu Menschen und nötigem Nachweis.
StufeDrohneAbstand zu Menschen, die nicht mitwirkenNachweis
A1Klasse C0 unter 250 Gramm oder Klasse C1 unter 900 GrammEinzelne Menschen überfliegen nur Drohnen unter 250 Gramm, Menschenansammlungen nieDrohnenführerschein A1/A3, unter 250 Gramm keiner
A2Klasse C2 bis 4 Kilogramm30 Meter seitlich, im Langsamflug 5 Meter, nie über MenschenDrohnenführerschein A2 mit einer zweiten Prüfung
A3bis 25 KilogrammNiemand im Flugbereich darf gefährdet sein, 150 Meter zu Wohn- und GewerbegebietenDrohnenführerschein A1/A3

Was der Videograf vor dem Drohnenflug nachweisen muss

Wer eine Drohne einsetzt, muss sich beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren, sobald die Drohne 250 Gramm oder mehr wiegt oder eine Kamera trägt. Eine Drohne für Hochzeitsvideos hat immer eine Kamera, die Registrierung ist also Pflicht. Die Nummer aus der Registrierung muss auf der Drohne stehen.

Wiegt die Drohne 250 Gramm oder mehr, kommt der Drohnenführerschein dazu. Die einfachste Stufe heißt A1/A3. Der Videograf macht dafür einen Onlinekurs und eine Onlineprüfung mit 40 Fragen, von denen er 75 Prozent richtig beantworten muss. Das Amt verlangt dafür 25 Euro, und der Nachweis gilt 5 Jahre.

Für schwerere Drohnen näher an Menschen gibt es den Drohnenführerschein A2. Nach eigenen Übungsflügen kommt eine zweite Prüfung mit 30 Fragen bei einer anerkannten Prüfstelle dazu. Das Amt verlangt dafür 30 Euro, hinzu kommt die Gebühr der Prüfstelle. Auch dieser Nachweis gilt 5 Jahre.

Die dritte Pflicht ist eine Haftpflichtversicherung, denn das Luftverkehrsgesetz behandelt Drohnen wie andere Luftfahrzeuge. Eine private Haftpflichtversicherung deckt Flüge im Auftrag in aller Regel nicht. Lassen Sie sich deshalb die Police zeigen, statt sich auf eine Zusage zu verlassen.

Fragen Sie außerdem nach dem Flugplan, also welche Aufnahmen mit welchem Abstand zu den Gästen geplant sind und was bei Wind oder Regen passiert.

Über welchen Orten die Drohne nicht fliegen darf

Neben der EU-Verordnung gelten deutsche Regeln für bestimmte Orte. Über einem Wohngrundstück darf eine Drohne mit Kamera nur fliegen, wenn der Eigentümer zustimmt. Ohne Zustimmung geht es nur ab 100 Metern Höhe, mit einem berechtigten Grund und nicht zwischen 22 und 6 Uhr.

Um Krankenhäuser gilt ein Abstand von 100 Metern, den die Drohne nur mit Zustimmung des Krankenhauses unterschreiten darf. Auch innerhalb von 100 Metern um Autobahnen, Bundesstraßen, Bahnstrecken und Wasserstraßen gelten strenge Bedingungen. Im Umkreis von 1.000 Metern um Flughäfen ist ein Hochzeitsflug tabu, um kleinere Flugplätze gilt ein Umkreis von 1.500 Metern, außer die Flugleitung stimmt zu.

Bei einer Feier auf einem gemieteten Gut oder in einem Schlosspark klären Sie zuerst die Zustimmung des Eigentümers. Der Veranstaltungsort darf Drohnenflüge verbieten, auch wenn das Gesetz sie erlauben würde. Steht ein Nachbarhaus dicht daneben, braucht der Flug über dessen Grundstück eine eigene Zustimmung.

Darf die Drohne diese Aufnahme auf unserer Hochzeit machen?

Führt der Flug über die versammelten Gäste?

Ja

Nein, das ist in der offenen Kategorie verboten. Planen Sie die Aufnahme seitlich neben der Gruppe.

Nein

Führt der Flug über ein fremdes Wohngrundstück oder nah an Krankenhaus, Bahn oder Autobahn?

Ja

Hat der Eigentümer oder die zuständige Stelle schriftlich zugestimmt?

Ja

Ja, wenn auch Höhe, Abstand und Nachweise stimmen. Bewahren Sie die Zustimmung schriftlich auf.

Nein

Nein, ohne Zustimmung ist der Flug dort nicht erlaubt. Verlegen Sie die Aufnahme auf das Gelände der Feier.

Nein

Ja, wenn die Drohne unter 120 Metern bleibt und der Videograf registriert, geprüft und versichert ist.

Musik im Hochzeitsvideo braucht zwei Rechte

Das erste Recht ist das Recht am Lied selbst, also an Melodie und Text. Wer ein Lied mit bewegten Bildern verbindet, braucht dafür eine eigene Erlaubnis, das sogenannte Filmherstellungsrecht. Die GEMA, die in Deutschland die Rechte von Komponisten und Textdichtern wahrnimmt, vergibt es für Fernsehproduktionen. Für Werbung und andere Produktionen verweist sie an die Rechteinhaber, meist die Musikverlage.

Das zweite Recht gilt für die Aufnahme, also die Einspielung, die Sie aus dem Radio kennen. Es liegt bei der Plattenfirma und gilt 70 Jahre ab Erscheinen. Die GEMA vergibt dieses Recht nicht. Wer das Original eines bekannten Songs unter sein Hochzeitsvideo legt, braucht die Erlaubnis der Plattenfirma. Für ein privates Video gibt es sie in aller Regel nicht zu einem passenden Preis.

Solange das Video nur im Familienkreis läuft, stellt sich die Frage kaum. Sobald es ins Internet geht, braucht es beide Rechte. Plattformen erkennen bekannte Aufnahmen automatisch und schalten das Video stumm oder sperren es.

Drei Wege führen zu einem Video, das Sie ohne Sperre und ohne Abmahnung zeigen und teilen können.

  1. Der Videograf nimmt Musik aus einem Lizenzkatalog. Die Lizenz muss ausdrücklich erlauben, die Musik mit Bildern zu verbinden und online zu zeigen, und zwar auch Ihnen als Kunden. Fehlt der Teil für Kunden, darf er das Video zeigen, Sie aber nicht.
  2. Sie holen die Rechte am Wunschlied selbst ein. Das Recht am Lied vergibt der Musikverlag, das Recht an der Aufnahme die Plattenfirma, beides schriftlich und mit Angabe, wo das Video laufen soll. Rechnen Sie mit Wochen Wartezeit und mit Absagen.
  3. Sie verzichten auf fremde Aufnahmen. Der Originalton der Trauung, die Reden oder die Band am Abend tragen das Video auch. Die Band muss zustimmen, und spielt sie ein bekanntes Lied nach, brauchen Sie weiterhin das Recht am Lied, nicht aber das der Plattenfirma.

Der erste Weg ist der Regelfall in Angeboten für Hochzeitsvideos. Fragen Sie den Videografen, aus welchem Katalog die Musik stammt und ob die Lizenz auch Ihre Nutzung abdeckt. Verweist er nur auf die GEMA, fehlt die Hälfte der Rechte.

Was für Gäste im Hochzeitsvideo gilt

Für die Menschen im Video gelten dieselben Regeln wie für Fotos. Filmen darf der Videograf die Gäste, wenn er sie vorher informiert, etwa mit einem Aushang am Eingang. Ein Video, in dem Gäste erkennbar sind, darf aber nur mit deren Zustimmung ins Internet. Das Recht am eigenen Bild der Hochzeitsgäste gilt für Film genauso wie für Fotos.

Die Drohne bringt eine Besonderheit mit. Eine Kamera in 50 Metern Höhe erfasst auch das Nachbargrundstück und Menschen, die mit der Feier nichts zu tun haben. Diese Menschen gehören nicht zum bestellten Ereignis, und für Aufnahmen von ihnen gibt es keinen Grund. Ein sorgfältiger Videograf schneidet sie heraus oder wählt Flugwege, die fremde Grundstücke auslassen.

Für das Video selbst gelten dieselben Nutzungsrechte wie für Hochzeitsfotos. Der Videograf hat die Rechte am Film, Sie bekommen Nutzungsrechte, und ohne Absprache decken sie nur die private Vorführung. Eine Klausel zu den Fotos gilt für das Video nur, wenn sie es ausdrücklich nennt.

Häufige Fragen

Darf eine Drohne bei einer Hochzeit über die Gäste fliegen?

Nein, eine Drohne darf bei einer Hochzeit nicht über die versammelten Gäste fliegen. Die EU-Drohnenverordnung verbietet Flüge über Menschenansammlungen, und dicht stehende Hochzeitsgäste sind eine solche Ansammlung. Erlaubt sind Aufnahmen mit seitlichem Abstand zur Gruppe und Aufnahmen des Brautpaars abseits der Gäste.

Welchen Drohnenführerschein braucht ein Hochzeitsvideograf?

Fliegt der Hochzeitsvideograf eine Drohne ab 250 Gramm, braucht er mindestens den Drohnenführerschein A1/A3, den das Luftfahrt-Bundesamt nach einer Onlineprüfung mit 40 Fragen für 25 Euro ausstellt. Für schwerere Drohnen nah an Menschen kommt der Drohnenführerschein A2 für 30 Euro plus Prüfgebühr dazu. Registrierung und Haftpflichtversicherung braucht er bei jeder Drohne mit Kamera.

Darf ich mein Hochzeitsvideo mit einem bekannten Lied auf Instagram stellen?

Ein Hochzeitsvideo mit einem bekannten Lied dürfen Sie nur auf Instagram stellen, wenn Sie das Recht am Lied und das Recht an der Aufnahme haben. Das Recht an der Aufnahme liegt bei der Plattenfirma, nicht bei der GEMA. Ohne beide Rechte schalten Plattformen das Video oft stumm oder sperren es, und die Rechteinhaber können abmahnen.

Reicht eine GEMA-Lizenz für Musik im Hochzeitsvideo?

Nein, eine GEMA-Lizenz reicht für Musik im Hochzeitsvideo nicht. Die GEMA nimmt die Rechte am Lied wahr und verweist für das Verbinden mit Filmbildern außerhalb des Fernsehens an die Rechteinhaber. Das Recht an der Aufnahme vergibt nur die Plattenfirma.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Durchführungsverordnung (EU) 2019/947 über die Vorschriften und Verfahren für den Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge, Artikel 3 und 4, Anhang Teil A, EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union,
  2. § 21h LuftVO, Betrieb unbemannter Fluggeräte in geografischen Gebieten, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  3. § 43 LuftVG, Haftpflichtversicherung des Halters, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  4. Fragen und Antworten zu unbemannten Luftfahrtsystemen, Allgemeines und Registrierung, Luftfahrt-Bundesamt,
  5. FAQ zum EU-Kompetenznachweis A1/A3 und zum Fernpilotenzeugnis A2, Luftfahrt-Bundesamt,
  6. Anforderungen an Fernpiloten für den Betrieb eines UAS in der offenen Kategorie, Luftfahrt-Bundesamt,
  7. GEMA und Filmherstellungsrecht, GEMA,
  8. Videos mit Musik, Onlinenutzung anmelden, Tarif VR-OD 10, GEMA,
  9. § 85 UrhG, Verwertungsrechte des Tonträgerherstellers, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  10. § 19a UrhG, Recht der öffentlichen Zugänglichmachung, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  11. § 22 KunstUrhG, Recht am eigenen Bild, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,

Eine KI hat an diesem Text mitgeschrieben. Wie wir arbeiten, steht unter Quellen und Methodik. Stimmt etwas nicht? Fehler melden